Ausbilden mit System

 

Generationengerechte Gesundheitsausbildung

In den Schulen und Akademien der Oö. Gesundheits- und Spitals-AG (gespag) wird auf „generationengerechtes“ Ausbilden größten Wert gelegt. Insbesondere auf die Bedürfnisse im Hinblick auf eine entsprechende Kommunikation mit Menschen unterschiedlichster Altersgruppen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen.

Alex Pall wendet sich in der Ambulanz des LKH Freistadt einem 40-Jährigen mit Quetschwunde zu. Zuvor hat Pall noch eine ältere Dame mit Kreislaufproblemen betreut. Und wie im Sommer üblich, gehörten heute auch schon einige Kinder und Jugendliche mit diversen Verletzungen zu seinen Patienten. Dem 20-jährigen ist bewusst, dass er nicht einfach nur Menschen unterschiedlichen Alters betreut, sondern sich ihnen altersadäquat anders zuwenden muss. Alex Pall steht kurz vor seinem Abschluss in der Ausbildung zum Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger. Menschen, die sich in die Obhut eines Spitals oder einer ähnlichen Einrichtung begeben, benötigen und erwarten von den MitarbeiterInnen einen gezielten, auf ihr jeweiliges Alter abgestimmten Umgang und die entsprechenden medizinisch-pflegerischen Maßnahmen.

Besondere Begegnungen der Schule Freistadt.

In den Ausbildungseinrichtungen der gespag werden daher „generationengerechte“ Lehr- und Praktikumsinhalte eingebracht: In der Schule für allg. Gesundheits- und Krankenpflege am LKH Freistadt widmete man sich dem Thema unter der Überschrift „Besondere Begegnungen“. Dabei wurden SeniorInnen in den Unterricht eingeladen, um in Kleingruppen mit den SchülerInnen in Diskussionsform ihr Leben aufzuarbeiten. Ein Gewinn für beide Seiten. Die Jugendlichen bauten rasch Vorurteile ab – etwa, dass „alt sein“ automatisch Krankheit, Einsamkeit oder Leid bedeutet. Ein Schüler brachte es auf den Punkt: „Was ich da über ein gelungenes Älterwerden gelernt habe, hätte ich aus Büchern nicht erlernen können!“

Physio-Akademie Steyr analysiert Arbeitsplätze.

Für ein gesundes Altern von Körper und Geist setzt die Akademie für Physiotherapie am LKH Steyr bereits bei Menschen mittleren Alters an. Dazu arbeitete die Akademie mit Firmen unterschiedlichster Branchen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung zusammen. Gemeinsam mit den Unternehmen gestalteten die StudentInnen nach eingehenden Arbeitsplatzanalysen Empfehlungen zur Gesundheitsprophylaxe. Das Ergebnis spricht für sich: Beim Großteil der Beschäftigten haben sich nach sechs Wochen bereits vorhandene körperliche Beschwerden reduziert.

Ergo-Akademie Linz weckt Kreativpotenzial.

Die Akademie für Ergotherapie an der Nervenklinik Linz widmete sich einem Projekt mit dem Caritas-Seniorenwohnhaus Linz. Projektziel war, SeniorInnen dazu zu bringen, neue Aufgaben zu übernehmen, Neues zu lernen und wieder Kontakte zu knüpfen. Bei Menschen, die mit einem neuen Wohnumfeld und vielleicht auch mit dem Verlust von geliebten Menschen konfrontiert sind, ist das eine große Herausforderung. Die StudentInnen der Ergo-Akademie weckten das Kreativpotenzial und das handwerkliche Geschick der alten Menschen mit der Vermittlung der Technik des Korbflechtens. Stolz auf die eigene Leistung und Zufriedenheit machten sich darüber breit, noch zu einer solchen Leistung fähig zu sein.

Eigentlich versteht es sich von selbst, dass jeder seinem Alter gemäß angesprochen, gepflegt oder therapiert werden möchte. Daher ist es der gespag wichtig, dieses Wissen mit entsprechenden Lehrinhalten in die jeweiligen Ausbildungen einfließen zu lassen.

beim Nordic Walking
Dem Alter in Gesundheit mit Nordic walking entgegengehen – ein Kooperationsprojekt
der Akademie für Physiotherapie Steyr, hier mit den StudentInnen
Klaus Payrhuber, Christa Kranawetter, Bauer Daniela, Martin Riener,
Eberhard Parkfrieder (v.l.n.r.) und der Tischlerei Kaiblinger.